Chronik eines Traditionslaufes

Hardehausen/Scherfede(als) Auf den besten Weg in die mittleren Jahre, aber immer noch mit jugendlichen Elan! Wenn am Samstag, den 09.04.2005 um 14 Uhr das Warburger Laufereignis in eine neue Runde geht, sehen die alten und neuen Verantwortlichen auf eine langen Geschichte zurück. Mit seinen 35 Lenzen gehört der Hardehausener Parklauf zu den 10 ältesten Volksläufen Westfalens. Grund genug um in den Analen des Traditionslaufes zu stöbern.

Volksfeststimmung am Hardehauser Kloster während des Volkslauf

Aus der Not heraus geboren, erblickte der Parklauf 1970 das Licht. Der Frühlingswaldlauf der jahrelang seine Runden durch`s "Weiße Holz", oberhalb von Rimbeck Richtung Bonenburg, drehte fiel der fehlenden Infrastruktur zum Opfer. "Kein Strom, Wasser, Zelte etc. alles mußten wir herbei karren" so Mitorganisator Alfred Böhnke zur Problematik. So siedelte der TuS Westfalia 03 Scherfede auf das Klostergelände in Hardehausen um. Rund 50 Läuferinnen und Läufer konnten die drei Gründungsväter Alfred Böhnke, Gustav Köhler und Ferdinand Attelmann zur 1. Parklauf Runde begrüßen.

"Hauptsächlich die Schulen aus dem Warburger Land und Umgebung, sorgten für die steigende Teilnehmerzahl" weiß der Rimbecker Böhnke zu berichten, die sich bis zu seinen letzten Tagen als Organisator auf über 200 steigerte. 800m, 1500m, 3000m und 5000m waren zu diesen Tagen die Strecken, die sich noch auf die Gegend (Seegelände) hinter dem jetzigen Jugendhaus beschränkten. "Von ersten drei Läufer/innen die ins Ziel kamen haben wir Zeit gestoppt, bei den folgende ging es dann per Einlauf" so Böhnke zum organisatorischen Ablauf. Beim vierten Startschuß im Programmheft mit dabei - das Volkswandern. Als Alternative zur schnellen Bewegung konnten die Naturfreunde 4, 12 oder 15km lang die malerische Umgebung Hardehausenens genießen, was immer mal wieder auflebte und `95 endgültig aus Teilnehmermangel abgesetzt wurde. "Plaketten und Urkunden für Jeden" gab es für Groß und Klein so Böhnke, der seinerzeit sogar NRW Kultusminister als Schirmherren gewinnen konnte. Ab Durchgang sieben (1977) nahmen dann Heinz Scholle, damals 1. Vorsitzender des ESV Scherfede-Rimbeck, und Karl Nagel (derzeitiger Kreiskampfrichterobmann) das Zepter in die Hand, und beförderten die "wilde Veranstaltung" zum DLV genehmigten Volkslauf. "`78 sind wir auf den Parkplatz am See übergesiedelt, und haben zum ersten mal zusätzlich die 10500m Distanz angeboten" so der heutige Kreisvorsitzende Scholle, der den ausgeschrieben "Park-Crosslauf" auch für Langstreckler attraktiv machte. Neuen Aufschwung erlebte das Läufermeeting im Jahre `83, als der Parklauf in die Reihen der "Ostwestfalen-Lippe Serie" aufgenommen wurde.

Als die Männer noch Bäuche trugen

Ein Jahr später wurde die "Sauerland Serie" ins Leben gerufen - mit in vorderster Front der Parklauf. "12 Vereine bilden heute die Serie, wovon nur noch wenige der 7 am Anfang in der Liste vertreten sind" rückblickend der Landeslauftreffwart Nagel. Von dem Zeitpunkt an kratzte der Parklauf oftmals die 500 Läufer Grenze und erfreute sich immer größerer Beliebtheit. Selbst Laufsportbegeisterte aus dem Ruhrgebiet, Kölner Raum oder Karlsruhe fanden sich in ein. Jeden älteren Teilnehmer noch gut in Erinnerung das Jahr 1987. Aufgescheucht durch die vielen Läuferinnen und Läufer nahmen die Wildschweine im Park, die Strecke führte noch durchs Wiesentgehege, reiß aus und tummelten sich derweil zwischen den Beinen der Aktiven oder verschwanden im Wald. "Einige der Athleten mußten uns sogar helfen, denn die "Biester" waren ganz schön flink" lacht im nachhinein Rainer Hildesheim immer noch, der sich damals um die Strecken kümmerte, und immer wieder mit umgedrehten oder abgerissenen Wegemarkierungen zu kämpfen hatte. Das bedeutete den Tod für die alte Route und fortan erstreckte sich die Veranstaltung vom See über den Hardehausener Rundweg bis zum Haus Mittelwald Richtung Blankenrode. Was eher noch mehr in Seinen Bann zog, und die Leute in der Anmeldung und in der Auswertung zum Teil bis an die Grenzen des Belastbaren trieb. "Zu der Zeit hatten wir einen Bus als Anmeldung/Auswertung umfunktioniert, und auf die Sitze einfach ein paar Bretter gelegt um zu schreiben" so Ekle Hildesheim die jahrelang das Oberhaupt im Wettkampfbüro war. 1990 feierten dann rund 450 Läufer mit den Verantwortlichen den 20. Geburtstag, bei dem heute bekannte heimische Läufer wie Andreas Weidner oder Michael Amstutz schon in ihren Altersklassen ganz vorne mit mischten. "Mit Schreibmaschinen bewaffnet haben wir uns fast die Finger Wund getippt, um die Ergebnislisten und Urkunden so schnell wie möglich fertig zu bekommen" denkt Frau Hildesheim heute noch zurück. Im heutigen Computerzeitalter unvorstellbar!

Als 1998 der Parklauf kurz vor dem Tod stand übernahm die LG Bauerkamp Warburg den Staffelstab der Vorgänger, und sorgte gleich mit rund 660 Startern für einen neuen Teilnehmerrekord. Und obwohl die LGer mit dem Nordhessen-Cup einen neuen Serienpartner mit ins Boot holten, zeigten sich in der Organisation noch einige Schwächen. Die Quittung kam prompt - "nur" 450 im Folgejahr. Aber mit dem Motto "zurück zu alten Ufern", wechselte die LG Truppe wieder auf`s Gelände des Hardehausener Jugendhauses, paßte die Laufstrecken an, und zeigten diesmal das sie im letzten Jahr dazugelernt hatte. "Wir haben einfach aus unseren Fehlern gelernt und uns nicht auf den Hosenboden gesetzt" honoriert LG Chef Harald Bauerkamp die Leistung der vielen Helfer, ohne die eine solche Veranstaltung nie zu bewältigen währe.

Mit Bravour und toller Stimmung meisterten sie die Veranstaltung, und wurden im Jahr 2001 mit über 660 Teilnehmern belohnt. Beste Voraussetzungen um auch an dem kommenden Samstag die lange Tradition des Hardehausener Parklaufes fortzusetzen.
Auch in der 32. Auflage konnten die Rothemden der LG Bauerkamp die Läuferschar aus Nah und Fern wieder in ihren Bann ziehen. 680 Starterinnen und Starter kamen in den Forst rund um den See. Trotz der positiven Steigerung bzw. halten der Teilnehmerzahlen wollte sich die LG Truppe nicht auf die faule Haut legen und nahm sich für das nächste Jahr den Bambini Lauf mit ins Boot.
"Unglaublich, Fantastisch" und viele Worte mehr fanden die Verantwortlichen für den 33. Durchgang der größten Laufveranstaltung im Kreis Höxter. Genau 800 Läuferinnen und Läufer starteten am letzten Märzwochenende 2003 bei Bilderbuch Wetter. Zum ersten mal in seiner Geschichte erreichte der Parklauf in seiner Geschichte die 800er Marke und setzte einen neuen Teilnehmerrekord. Besonders über die 10er und 20er Distanzen waren besonders viele Laufsportfreunde auf der Strecke. Aber auch die Grenzen wurden den LGern aufgezeigt, die sich in der Helferzahl deutlich verstärken müssen.
Auch in 2004 schien der Zustrom einfach nicht abzunehmen. "Neuer Teilnehmerrekord" war am Ende zu vermelden. "Erst spät beim zusammenrechen hatten wir die Bestätigung", so LG Chef Harald Bauerkamp der 803 Läufer vermelden konnte. Der 34. Durchlauf zeugte vor allem von vielen kleinen Aktion, neben des Laufens, die alle Anwesenden freudig stimmten. So stimmte ein Senior mal eben rund 80 Kinder zur Gymnastik ein, die etwas länger auf ihren Start warten mussten - ein tolles Bild.

Foto (NW): Seit 2003 dabei und immer besser angenommen – der Bambini Lauf!

35. Hardehausener Parklauf! Zum Halbrunden Geburtstag des Parklaufes wollte sich die LG es nicht nehmen wiederum mit einer Neuigkeit aufwarten zu können. Die zwei Hauptdistanzen über 11,2 Kilometer und 20 Kilometer erfreuten sich einer neuen Streckenführung, und setzte besonders bei der 20er Distanz neue „steile Akzente“. Die Resonanz auf die unfreiwilligen Änderungen, das neue errichtete Wildgehege zwang die LG zum umdenken, war aber in der Läuferschar durchweg positiv. Gut 750 Läuferinnen und Läufer waren es dann die sich bei wechselnden Wetterbedingungen durch den Hardehausener Wald auf die Pirsch machten. Weniger bewährt hatte sich die Läufererfassung per Barcode welche beim nächsten Parklauf Termin am Samstag, den 25. März 2006 wohl nicht mehr zum Einsatz kommen wird. Auf den Einsatz der Computer kann aber mittlerweile nicht mehr verzichtet werden.

Foto (NW): „Parklaufsprachrohr“ und Volkslauffachmann Karl Nagel in den Reihen der vielen Helfer im Zielbereich.

24. und 25. März 2006 – ein schwarzes Datum für den Hardehausener Parklauf. Zum ersten mal in der Geschichte des Parklaufs musste die LG Bauerkamp Warburg den Traditionslauf „vorerst“ absagen. Die Streckenverhältnisse mit Eis und Schnee zwangen die Verantwortlichen die Gesundheit der Läuferinnen und Läufer den unbedingten Durchführen vorzuziehen.

Samstag, der 14. Oktober 2006! Der Herbsttermin des 36. Hardehausener Parklaufs macht es der LG eindeutig klar – nur der Termin im März kommt in Frage. 218 Teilnehmer starteten beim Parklauf am zweiten Herbstwochenende. Damit zog der Traditionslauf nicht annähernd so viele Teilnehmer in seinen Bann wie in den Jahren zuvor. Auch die Ferienzeiten in NRW und in Hessen taten ihr übriges. So nahmen die LG Verantwortlichen die „Herbstveranstaltung“ als Test von Organisatorischen Neuerungen für den 37. Hardehausener Parklauf am 23./24. März 2007 als Eröffnungsveranstaltung zum Nordhessencup und „Krombacher“ Sauerland-Serie.

Wieder an seinem an gestandenen Platz Ende März freute sich die LG Truppe über die klasse Teilnehmerzahl beim 37. Hardehausener Parklauf 2007. Mit 721 Läuferinnen und Läufern reihte sich der Zehnte Parklauf unter der Regie der LG Bauerkamp Warburg in die Liste der besseren Durchgänge ein. Mit 203 Starterinnen und Starter über die 20 Kilometer Distanz, zeigte sich erneut das der Parklauf mit seiner Langstrecke attraktiv ist. Gutes Wetter, klasse Stimmung und ein nahezu reibungsloser Ablauf (auch bei der Auswertung!) sorgten für zufriedene Gesichter bei den Verantwortlichen.

Bedingt durch die Osterwochen schob sich der 38. Hardehausener Parklauf 2008 in das erste Aprilwochenende rein. Mit 653 Läuferinnen und Läufern konnten die „Macher“ der LG Bauerkamp Warburg recht zufrieden sein. Unter einem „regnerischen Dach“, was dem Parklauf lange verschont geblieben war, gab es vor allem über die 20 Kilometer einen Teilnehmereinbruch. Mit 111 Langstrecklern lag man rund 80 bis 90 Läufer unter dem Soll. Um so erstaunlicher das bei diesen wiedrigen Witterungsverhältnissen über 4,8 Kilometer bei den Frauen und über die 20 Kilometer bei den Herren zwei neue Streckenrekorde aufgestellt wurden.

Hardehausen/Scherfede(als) Auf den besten Weg in die mittleren Jahre, aber immer noch mit jugendlichem Elan! Wenn, meistens am letzten Samstag im März, das Hardehausener Laufereignis in eine neue Runde geht, sehen die alten und neuen Verantwortlichen auf eine langen Geschichte zurück. Mit seinen fast 40 Lenzen gehört der Hardehausener Parklauf zu den 10 ältesten Volksläufen Westfalens. Grund genug um in den Analen des Traditionslaufes zu stöbern.

Foto(Menne): Früh übt sich! Auch schon die Kleinen wissen mit anzupacken beim größten Laufevent der LG. Joana Dierkes belegt die Brötchen für die „hungrigen Läufer“.

An ihrem alten angestammten Platz startete der 39. Hardehausener Parklauf 2009 am letzten Märzwochenende. Mit rund 550 Läuferinnen und Läufern konnten die Organisatoren der LG Bauerkamp Warburg bedingt zufrieden sein. Unter einem „regnerischen Dach“, wie im letzten Jahr, gab es vor allem über die Langdistanzen einen Teilnehmereinbruch. Dafür verzeichneten die „Parklauf Macher“ beim Orga-Lauf eine neue Rekordzahl. 108 Aktive gingen am Freitag an den Start. Und auch die Auswertung verlief diesmal reibungslos – lange ein großes Manko bei den Parkläufen zuvor.