Triathlon: Zweifacher Titelträger bei den Deutschen Triathlon Militärmeisterschaften
Ludger Held absolvierte seine vierte BL-Saison
Warburg(als). In der Kombination „Schwimmen, Radfahren und Laufen“ gibt es derzeit im Kreis Höxter keinen besseren Athleten. Mit seinem Sieg beim 23. Internationalen Bad Arolsener Twistesee-Kurztriathlon, vor ein paar Wochen, bestätigte Triathlet Ludger Held seine Klasse in der abwechslungsreichen Ausdauersportart.
In 2:11:23 Stunde siegte der Triathlet des TV Lemgo bei „beschissenen“ Wetter vor seinem Bundesliga Teamkollegen David Müller mit knappen drei Sekunden Vorsprung. Nach dem schwimmen noch klar vor dem Sportler des Tri-Flow Bad Endbach konnte dieser auf der hügligen Radstrecke und flachen Lauftrecke das Loch wieder schließen so das es auf dem letzten 200m entschieden werden musste. „Als Annerkennung das ich immer vorneweg war hat er mir den Vortritt gelassen“, meinte fairer Weise der Ludger Held, der es auf einen Zielsprint ankommen lassen wollte. In was für einer Liga der Triathlet derzeit mitspielt zeigte sein dritter Platz eine Woche später beim einem Triathlon im Vogtland hinter dem Drittplazierten des Ironman Hawaii 2004 Faris Al-Sultan (München) und seinem Trainingspartner und zweifachen deutschen Crosstriathlonmeister Ronny Dietz (SG Adelsberg). Aber der Weg zu solchen Leistung und Erfolgen war mit sehr viel Training und Zeitaufwand verbunden.
Genau elf Jahr ist es her das der gebbürtige Paderborner als Schwimmer des Warburger Schwimmvereins `98 zum „Dreikampf“ wechselte. Seine ersten Trainingseinheiten sowie Wettkämpfe absolvierte er im Trikot der Trias Kassel und konzentrierte sich von vornherein auf die Olympische Distanz (1,5km Schwimmen, 40km Radfahren, 10km Laufen). So ist es nicht weiter verwunderlich das der Triathlet seinen ersten Wettkampf über die Triathlon Sprintstrecke im Nordhessischen Stockelache absolvierte und seine erste Olympische Distanz in Melsungen anging. Schon ein Jahr später qualifizierte er sich als 17 Jähriger für die Deutschen B Junioren Meisterschaften in Xanten und kam als guter fünfter ins Ziel. Die anschließenden Jahre des harten Trainings, und Starts in der zweiten Triathlon Bundesliga im Team der Trias Kassel, wurden 1998 belohnt mit seinem ersten Gesamtsieg beim gleichen Triathlon in Melsungen wo er sein Debüt über die Langdistanz feierte. „Bis dahin und auch zu keiner Zeit danach hatte ich so einen guten Raddruck“, so der Leistungssportler der damit auf seine beste Zeit auf dem Rad anspielt. Örtlich wie auch Leistungsmäßig veränderte sich Ludger Held als er sich `99 bei der TU Chemnitz zum Studium Sportökonom einschrieb, und die Möglichkeit hatte mit Ronny Dietz trainieren zu können. In der Folge gewann der Student die Sachsenrangliste, bestehend aus vier Einzelveranstaltungen und verteidigte 2000 als Reservist seinen Titel bei den Deutschen Militärmeisterschaften in Sassenberg bei Warendorf. „Das war mein bester Triathlon den ich jemals absolviert habe“, meint der 27 Jährige dazu. 2001 wurde Held sehr guter vierter bei den Deutschen Studentenmeisterschaften in Heidelberg und krönte 2002 als Teammitglied des TV Lemgo in der 1. Triathlon Bundesliga seinen sportlichen Werdegang. „Damit wusste ich das sich der Aufwand wie z.B. die zweiwöchigen Trainingslager auf Mallorca über die Ostertag endlich ausgezahlt hatten“, so begeistert der damalige neue Bundesligist. Aber er wie auch das Team der TV Lemgo merken von Beginn an das hier mit anderen Karten gespielt wurden und so sicherten sich die TVer erst in der letzten Veranstaltung (6 Veranstaltungen) den Klassenerhalt. In den beiden folgenden Jahren hing das Pech wie Kletten an dem angehenden Sportökonom. In der Frühjahrsvorbereitung in den Monaten Februar/März 2003 erkrankte er an einer Bronchitis die über die Saison nie richtig ausheilen wollte und er erst bei der letzten Bundesligaveranstaltung zum Einsatz kam. Ebenfalls eine Jahr zum „wegschmeißen“ war 2004. „Ich hatte ständig Rückenprobleme die ganze Saison hindurch und startete teilweise im 2. Liga Team des TV Lemgo“, erinnert sich Held mit Grauen an das letzte Jahr. Mit guten Resultaten in der Hinterhand wird er auf dieses Jahr zurückblicken. Ausgeliehen vom TV Lemgo ging Ludger Held im Trikot des Tri-Flow Bad Endbach in der Bundesliga an den Start und erreichte mit einem 39. Platz beim Triathlon in Kiel sein bestes Bundesligaeinzelergebnis. Nebenbei sicherte er auch damit der Tri-Flow den Klassenerhalt – kein Wunder das die Nordhessen den Warburger auch nächstes Jahr gerne in ihrem Team haben möchten. „Erst einmal muss ich das Angebot des TV Lemgo abwarten“, zeigt sich Held kollegial, der auch viele andere Puzzelteile einplanen muss.
Derzeit schreibt der Student an seiner Magisterarbeit was sich noch bis zum Frühjahrssemester hinziehen wird und auch die finanzielle Frage steht im Raum. „Die Saisonvorbereitung 2006 im Winter ist noch gesichert, aber der Triathlonsport ist sehr kostenintensiv, besonders auf diesem Niveau. Fahrtkosten, Material, 20 bis 25 Stunden Training die Woche, das Trainingslager usw. – das muss man schon investieren um diesen Leistungsstand halten zu können“, so der Ausdauersportler. So ist die weitere sportliche Zukunft für den Triathleten Held noch unsicher, und sollte das Berufsleben dazukommen wird auch der Zeitfaktor sehr entscheidend werden.
Foto (Selter): Schnell auf den Beinen! Auch im Laufen konnte sich der Bundesliga Triathlet steigern, wie hier in Hamburg.
Foto (Selter): Nummer zwei! Nach dem Schwimmen, woher Ludger Held kam, seine zweitbeste Disziplin im „Dreikampf“.


